Die Entwicklung der Biodynamik
in Deutschland
Kurze Zeit später besuchte ich einen Kurs bei Dr. Viola Muriel Frymann. Alle Assistenten und Co-Lehrer tuschelten in den Pausen über Dr. Jealous und darüber, dass sie bei ihm Kurse machten. Als ich nachfragte, sagte man mir, dass ich geduldig sein müsse, weil es eine vierjährige Warteliste für seine Kurse gäbe. Doch ich hatte das Glück, bald darauf einen Platz in einem seiner Kurse zu bekommen, da ein Teilnehmer erkrankte und ich spontan einspringen konnte.
Dr. Jealous begann im Jahr 1994 die biodynamischen Phasen-Kurse zu unterrichten. Als ich 1997 mit der biodynamischen Osteopathie bei ihm begann, existierten erst sieben Phasen-Kurse. Eine neue, unbekannte und wundersame Welt tat sich damals für mich auf. Es war, als hörte ich von der Osteopathie zum ersten Mal und mir wurde bewusst, wie wenig ich bis dahin eigentlich wusste und wie groß die Osteopathie ist. Ich hatte das Gefühl, dass Dr. Jealous der erste Lehrer war, der mir die osteopathischen Prinzipien wirklich erklären konnte. Er lehrte mich, Ganzheit und Gesundheit diagnostisch und therapeutisch umzusetzen. Es dürstete mich nach mehr und dieser Durst ist über die Jahre stets größer geworden.
Nach mehreren Jahren schaffte ich es, Dr. Jealous davon zu überzeugen, einen Einführungskurs in Deutschland zu geben. Dieser Kurs fand beim VOD-Kongress statt (VOD = Verband der Osteopathen Deutschland e. V.). Der erste Vortrag im Jahr 2005 trug den Titel „House under the Sea“ (Das Haus unter dem Ozean) und der zweite im Jahr 2007 den Titel „Wholeness“ (Ganzheit). Ich besitze ein Bild, welches mir Schüler zum Abschluss ihrer Phasen-Ausbildung geschenkt haben. Es handelt sich dabei um ein Abbild des Bildes, welches Frau Sutherland für Ihren Mann Dr. Sutherland gemalt hatte. Auf dem Bild ist ein Haus mit offenen Fenstern und Türen am Boden des Ozeans zu erkennen. Bildlich kann sich die Tide hier frei hindurchbewegen und frei „durchatmen“. Dr. Sutherland visualisierte den menschlichen Körper als dieses Haus im Ozean.
Während des VOD-Kongresses im Jahr 2005 sah Dr. Jealous mir tief in die Augen und fragte mich, ob ich ein von ihm autorisierter Lehrer werden wolle. Ich fühlte mich geehrt und sagte zu. Er meinte, es käme viel innere Arbeit auf mich zu. Seitdem hat sich mein berufliches und privates Leben sehr verändert.
Dr. Sutherland hat den Körper als das Transparente gesehen, in welchem die primäre Atmung durchatmen kann. Dr. Jealous hat den Begriff „Biodynamische Osteopathie“ gewählt, um sich von den anderen Kursen über kraniale Osteopathie, welche nicht vordergründig mit der primären Atmung arbeiten, abzugrenzen. Diese Kurse arbeiten mit Dynamiken, welche nur im Körper stattfinden. Für Dr. Jealous war die Aktivität, die von außen kommt (primäre Atmung), die wichtigste. Damit beginnt Phase I. Dr. Jealous war der erste Osteopath, der mir gezeigt hat, dass man die Aktivitäten, welche von außerhalb des Körpers kommen und sich in diesem manifestieren, nutzen kann. Wir sprechen hier von der primären Atmung. Die primäre Atmung ist diejenige, welche von außen kommt.
1981/82 recherchierte Dr. Jealous im Auftrag der „Sutherland Cranial Teaching Foundation“ (SCTF) für einen Vortrag über Embryologie. Er entdeckte Parallelen zwischen dem, was Dr. Sutherland gesagt hat und dem, was Professor Dr. Erich Blechschmidt in seinem Buch über die Embryologie beschrieben hat. Professor Blechschmidt hat sein Buch „Biokinetics and Biodynamics of Human Differentiation“ genannt, weil es biodynamische (extragenetische) Kräfte gibt, welche die Entwicklung starten, entfachen und sich entfalten und von der Befruchtung bis ans Lebensende vorhanden sind. Zudem gibt es körpereigene Kräfte (biokinetische Kräfte). Diese Kräfte müssen zusammenspielen und synchronisiert sein. Professor Blechschmidt war wahrscheinlich der erste Embryologe, der herausgefunden hat, dass die Entwicklung „von außen nach innen“ verläuft. Dies wird durch Kräfte, welche von außen kommen, durch ein extragenetisches Feld gesteuert. Als erster Embryologe betrachtete er die Embryonalentwicklung als ein ganzheitliches Geschehen.
Es gibt wahrscheinlich bis auf Professor Dr. Raymond Gasser weltweit niemanden, der ihn halbwegs versteht. Dr. Gasser sagte 2013 zu mir: „Es gibt viele Menschen, die das Thema zwar studieren, jedoch habe ich noch niemanden getroffen, der alles hundertprozentig verstanden hat.“ Professor Gasser (Co-Autor des oben genannten Buches) hat 1973 mit Professor Blechschmidt in Göttingen zusammengelebt, um von ihm zu lernen und sich mit ihm auszutauschen. Professor Gasser war bereits ein bekannter Embryologe und hatte gerade einen Embryologie-Atlas veröffentlicht. Trotz der Kommunikationsschwierigkeiten (Professor Gasser konnte kein Deutsch, Professor Blechschmidt kein Englisch) konnten sie sich per Zeichensprache über die Embryologiebilder verständigen. Professor Gasser besuchte in dieser Zeit auch die Vorlesungen von Professor Blechschmidt.
Nach seiner Rückkehr nach Amerika begann er das besagte Buch mit der Hilfe von Professor Blechschmidt zu schreiben. 1979 ist das Buch dann erschienen. Bis 2016 hat Professor Gasser an der Universität in New Orleans unterrichtet. Professor Gasser hat von 1973 bis zum heutigen Tag die Blechschmidt-Embryologie studiert. Er sagt, dass er niemanden kennt, der Professor Blechschmidt wirklich versteht. Wenn man die Bücher über die Embryologie betrachtet, dann findet man viele Bilder von Professor Blechschmidt. Er war seiner Zeit voraus.
2012 haben wir Professor Gasser und Dr. Jealous zum Osteopathie-Kongress „Embryo and the Health“ nach Weimar eingeladen. Man kann sagen, dass Professor Gasser als Vertreter von Professor Blechschmidt und Dr. Jealous als Vertreter von Dr. Sutherland dort waren. Der ganze Kongress beschäftigte sich mit der Biodynamik und der primären Atmung. In meiner Wahrnehmung war dies der erste „wahre“ Osteopathie-Kongress, den ich erlebt habe.
Auch Dr. A. T. Still und Dr. Sutherland waren ihrer Zeit voraus. Sie haben Dinge gefühlt, welche erst jetzt von der Wissenschaft belegt werden. 1981 bemerkte Dr. Jealous die Parallelen zwischen dem, was Professor Blechschmidt in seinem Studium und Dr. Sutherland in seiner fünfzigjährigen Wahrnehmungsodyssee gefunden haben. Dr. Sutherland untersuchte an einem lebendigen Menschen das lebendige Gewebe. Professor Blechschmidt untersuchte tote Embryos. Beide Forscher sind jedoch zu dem gemeinsamen Ergebnis gekommen, dass es Kräfte gibt, die von außen kommen und durch den Körper durchatmen und die den Körper zu Wachstum, Entwicklung, Entfaltung und Heilung anregen. Aufgrund dieser Parallelen hat sich Dr. Jealous zu der Begrifflichkeit „Biodynamik“ hingezogen gefühlt und diesen Begriff für sich übernommen.
Wie schon Professor Blechschmidt sprechen auch wir heute über die Kräfte, welche von außen kommen und durch den Körper durchatmen. Bildlich dargestellt: Ein Haus mit offenen Fenstern und Türen auf dem Boden des Ozeans.
Dr. Jealous hatte das Glück, dass direkt neben ihm zwei namhafte Osteopathinnen wohnten, welche von Dr. Sutherland persönlich gelernt hatten. Dr. Ruby Day ist im Jahre 1936 zu Dr. Sutherland hinzugestoßen. Bevor sie in die Osteopathie einstieg, war sie als Lehrerin tätig. Sie begleitete Dr. Sutherland bis zu seinem Tod im Jahr 1954. Dreizehn Jahre lang wurde Dr. Jealous als einziger Schüler von Dr. Ruby Day jeden zweiten Samstag einen halben Tag lang unterrichtet. Die zweite namhafte Person, welche neben Dr. Jealous wohnte, war Dr. Anne Wales. Sie war die beste Freundin und Mentorin für Dr. Jealous. Zusammen führten sie neben der transatlantischen „Sutherland Study Group“, welche zehn Jahre existierte, eine amerikanische Arbeitsgruppe namens „New England Osteopathic Study Group“. Bis vor einigen Jahren, bis zum Tod von Dr. Anne Wales, kommunizierten sie sehr oft miteinander und tauschten ihre Erfahrungen bezüglich der Osteopathie aus.
Dr. Anne Wales behauptet, falls überhaupt jemand Dr. Sutherland verstanden haben sollte, dass dies Dr. Rollin Becker war. Er war der Musterschüler von Dr. Sutherland. Mit ihm hat Dr. Jealous über zwölf Jahre lang Kurse unterrichtet. Als Freunde und Mentoren haben sie sich auch gegenseitig behandelt.
Dr. George Laughlin ist der Enkel von Dr. Still und ein weiterer Schüler von Dr. Sutherland gewesen. Dr. George Laughlin war an der Universität der erste Mentor für Dr. Jealous. Dr. Jealous hat ihm oftmals bei seinen Behandlungen zugesehen. In diesem Zusammenhang gibt es eine Geschichte, die ich meinen Schülern immer wieder erzähle:
Im zweiten Jahr des Medizinstudiums hospitierte Dr. Jealous bei Dr. George Laughlin, welcher damals Präsident des Colleges „American Osteopathy“ war. Als Dr. Jealous am ersten Tag seiner Hospitation den Behandlungsraum betrat und Dr. George Laughlin mit einer Zigarre im Mund und einem Whiskeyglas in der Hand sah, war er zunächst sehr erstaunt. Dr. George Laughlin sagte ihm, dass er sich in die Ecke setzen solle, da gleich der nächste Patient den Raum betreten werde. Dieser litt an der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung COPD. Als der Patient den Behandlungsraum betrat, legte Dr. George Laughlin seine Zigarre beiseite und stellte sein Whiskeyglas weg. Als der Patient auf der Behandlungsbank lag und Dr. George Laughlin ihm die Sauerstoffmaske abgenommen hatte, lief dieser plötzlich blau an. Allen war in diesem Moment klar, dass die Situation sehr ernst war und bedächtiges Handeln gefordert war. Die Karrieren von Dr. Jealous und Dr. George Laughlin standen nun auf dem Spiel. Dr. George Laughlin blieb ruhig und legte die Hände an den Kopf des Patienten. Plötzlich bekam der Patient wieder Farbe im Gesicht. Nach zehn bis fünfzehn Minuten beendete Dr. George Laughlin die Behandlung und sagte dem Patienten, dass er in etwa drei Wochen wiederkommen solle. Der Patient verließ den Behandlungsraum, ohne sich seine Sauerstoffmaske aufzusetzen.
Das erste Mal sah Dr. Jealous hier, wie jemand mit primärer Atmung (primary respiration) gearbeitet hat. In der zehnjährigen Phasen-Ausbildung lernen wir genau das. Dies unterscheidet sich von anderen Kursen über kraniale Osteopathie. Deshalb hat es Dr. Jealous „Biodynamic Approach in Osteopathy in the Cranial Field“ (Der biodynamische Ansatz in der kranialen Osteopathie) genannt. Seinen Schülern war diese Bezeichnung zu lang und so wurde daraus „Biodynamics“ beziehungsweise „Biodynamische Osteopathie“. Viele Osteopathen verwenden mittlerweile diese Begrifflichkeiten in ihren Vorlesungen beziehungsweise in ihrem Unterricht. Dr. Jealous bezeichnete es auf seiner Homepage zuletzt als „traditional osteopathy“, da das, was wir versuchen zu praktizieren, schon damals von Dr. Still ausgeübt wurde. Die Osteopathie kann man als einen Baum betrachten, welcher viele verschiedene Äste und Zweige ausgebildet hat. Ein Ast bildet die „traditional osteopathy“ (osteopathy in the cranial field).
Als Osteopath ist Dr. Sutherland erst Anfang der 1930er Jahre bekannt geworden, und zwar mit einem Vortrag über das Iliosakralgelenk. Sein Vortrag handelte von der zentralen Verbindung der Becken- und der Schädelschale. Für viele Osteopathen war dieses Thema zu der damaligen Zeit sehr interessant und lehrreich.
1936 leitete Dr. Sutherland eine Gruppe von fünfzehn Osteopathen, welche er bis zu seinem Tod begleitete. Acht dieser fünfzehn Osteopathen waren persönliche Mentoren von Dr. Jealous.
Osteopathen wie Dr. Frymann oder Dr. Harold Ives Magoun haben nur wenige Kurse bei Dr. Sutherland absolviert.
Ein persönlicher Mentor begleitet seinen Schüler nicht nur im Unterricht, sondern oft den ganzen Tag hindurch. Die Chancen sind dadurch weitaus besser, mehr erlernen zu können. Die meisten Sachen, die ich von Dr. Jealous gelernt habe, habe ich von ihm privat, beispielsweise beim Abendessen, gelernt. Die Meinung von Dr. Jealous war, dass man die Osteopathie nicht nur durch Bücher, Videos und Kurse, sondern hauptsächlich durch einen Mentor, welcher einem in allen Lagen behilflich ist, erlernen kann. Das sehe ich genauso. Es ist wichtig, dass jemand die Führung übernimmt und hilft, zu fühlen und zu verstehen. Als Mentor versuche ich meinen Schülern das weiterzugeben, was Dr. Jealous an mich weitergegeben hat. Von meinen bisherigen Mentoren war Dr. Jealous mit Abstand der beste.
Nicht alle fünfzehn Osteopathen, welche Dr. Sutherland begleitete, sind als Lehrer der Osteopathie bekannt geworden. Es gab eine Phase, in welcher die AAO (American Academy of Osteopathy) versucht hat, den Kranial-Bereich aus dem Osteopathie-Lehrplan zu streichen, weil er ihnen nicht wissenschaftlich genug war. Wenn das tatsächlich passiert wäre, dann hätte die kraniale Osteopathie weltweit nicht existiert und auch mein Unterricht würde nicht stattfinden. Zum damaligen Zeitpunkt hatte niemand Interesse an diesem Bereich. Das Antibiotikum war zu dieser Zeit im Vormarsch und viele fingen damals an, sich mit diesem Medikament zu beschäftigen.
Dr. George Laughlin war damals der erste Präsident der A. T. Still Universität in Kirksville (USA) und setzte sich für den Kranial-Bereich derart ein, dass die AAO es irgendwann aufgegeben hat, den Kranial-Bereich entfernen zu wollen. Dr. George Laughlin bezahlte die Lehrer, welche teilweise weite Anfahrten zur Schule hatten, aus seiner eigenen Tasche, damit sie weiterhin den Bereich unterrichteten. Sogar den Schülern gab er Geld, damit sie den Kurs besuchen konnten und keine Angst mehr haben mussten, von der Schule verwiesen zu werden. Somit ist Dr. George Laughlin letztlich auch die Möglichkeit der Teilnahme an meinen Kursen zu verdanken. Trotz alledem war das Interesse an diesem Kurs über kraniale Osteopathie in den 1960er Jahren zunächst eher klein.
Dr. Jealous hatte das Glück und den Willen, bei diesen besonderen Lehrern zu lernen und entwickelte den Lehrbereich weiter. Er hat es geschafft, den Bereich in einen lehrbaren Bereich umzuwandeln und zu entwickeln. Als er 1994 seinen ersten Kurs zur Teilnahme ausschrieb, gab es achthundert Interessenten, welche er natürlich nicht alleine unterrichten konnte. Daraufhin begann er, Osteopathen, mit welchen er jahrelang zusammengearbeitet hatte, auszubilden.
In Deutschland gab es die ersten Kraniosakraltherapeuten Mitte der 1980er Jahre. Die erste Osteopathie-Schule eröffnete 1987 (International Academy of Osteopathy). Trotz meines damaligen Wohnsitzes in den USA habe ich mich ins „College Sutherland“ in Hamburg eingeschrieben und dort 1991 mein Studium begonnen.
Bereits 1992 hatte Dr. Jealous versucht, einen Kurs für Fortgeschrittene aufzubauen und das zu unterrichten, was Dr. Still seinerzeit gelehrt hatte. Das erste osteopathische Prinzip ist die Ganzheitlichkeit. Der Körper ist die kleinste Einheit der Ganzheitlichkeit. In der allgemeinen Osteopathie-Ausbildung lernt man dies lediglich theoretisch, jedoch nicht, es auch praktisch zu fühlen. Es ist durchaus sehr interessant, was die Einheit macht, wenn sich der Patient in der Behandlung befindet. Die Frage, welche man sich stellen muss, ist, wie man diese Einheit verbessern kann. Dr. Jealous war der Erste, der mir dies beibrachte.
Das zweite osteopathische Prinzip ist die Gesundheit. Das war auch das Thema des Kongresses in Weimar („Embryo and the Health“). Dr. Jealous merkte schnell, dass kein Osteopath in der Lage war, dies im Unterricht zu verstehen. Folglich musste er sein Konzept etwas umgestalten und versuchen, sein Lehrmaterial in eine verständlichere Form zu bringen, es aber trotzdem interessant zu halten. Aus anfänglich sieben Kursen beziehungsweise Phasen entstanden somit zehn Kurse beziehungsweise Phasen. Da auch die heutigen Schüler, wie schon zuvor Dr. Sutherland, Dr. Jealous und weitere, eine Wahrnehmungsodyssee durchlaufen, beansprucht es einige Jahre, um den Lerninhalt zu verinnerlichen und letztendlich zu verstehen. Allein die richtigen Techniken reichen nicht aus, wenn man nicht die richtigen Wahrnehmungen dazu hat. Somit sind das Verständnis der Prinzipien und die Wahrnehmungen das Wichtigste. Die Techniken kommen mit der Zeit von alleine und entwickeln sich aus dem Moment. Die Ausbildung ist deshalb auch so aufgebaut, dass die Schüler die Wahrnehmungsschritte durchlaufen, welche auch Dr. Sutherland und Dr. Jealous seinerzeit durchlaufen haben.
Adah Strand Sutherland schreibt in ihrem Buch „With Thinking Fingers: The Story of William Garner Sutherland“, dass ihr Mann Dr. Sutherland in seinem Leben drei große Stufen durchlebt hat. Die erste Stufe war die „knöcherne Phase“. Sie beschreibt, dass überall in ihrem Haus Knochen auf dem Boden verteilt lagen. Dr. Sutherland setzte sich mit der Struktur und der Funktionalität dieser Knochen auseinander. Als nächstes befand sich Dr. Sutherland in einer „membranösen Phase“. In dieser hat er auch die membranöse Sprache entwickelt. Am 12. April 1948 gab es dann einen großen Quantensprung. Dr. Sutherland hat in dieser Phase entdeckt, dass die Flüssigkeit in Dysfunktion sein kann. Wenn dieses Phänomen eintritt, dann verhärtet sich das Gewebe, so dass es sich wie ein Knochen anfühlen kann. Das Ganze lässt sich durch eine Flüssigkeitstechnik wieder lösen. Die Tide ist in der Lage, Entscheidungen zu treffen und Diagnosen zu finden, um zu behandeln. Anstatt mental eine Entscheidung zu treffen, fing Dr. Sutherland an, der Tide zuzuhören. Dies fand genau am 12. April 1948 statt. Zu diesem Zeitpunkt studierte er seit fünfzig Jahren die primäre Atmung. Dr. Jealous erforschte übrigens ebenfalls fünfzig Jahre den PRM (primary respiratory mechanism). Dr. Sutherland stellte fest, dass man die Flüssigkeit nicht nur im Körper, sondern auch außerhalb des Körpers spüren kann. Dabei handelt es sich nicht um die hydraulische Flüssigkeit, sondern um ein Flüssigkeitsfeld beziehungsweise um ein elektromagnetisches Feld, welches wiederum einen Effekt auf die Körperflüssigkeiten haben kann. Professor Blechschmidt bezeichnete die körpereigenen Flüssigkeitsdynamiken als die biokinetischen Aktivitäten. Die Kräfte, die von außen kommen, sind die biodynamischen Kräfte.
2013 reiste ich nach New Orleans, um mit Professor Gasser ein Interview zu führen. Professor Gasser bestätigte, dass die Flüssigkeitsfelder nicht nur während der Embryonalphase, sondern ein Leben lang vorhanden sind. Wenn ein Mensch erkrankt, dann sind diese Felder gestört. Aus Professor Gassers Sicht normalisieren sich der Körper und seine Funktionen wieder, wenn das Feld wiederhergestellt beziehungsweise wieder ausgeglichen wird (Rebalancing). In der Biodynamik arbeiten wir mit den Kräften und Aktivitäten, welche sowohl im Körper als auch außerhalb des Körpers herrschen. Wenn ein Patient an einer schweren Krankheit wie beispielsweise Krebs leidet, dann hat der Patient nicht mehr genug Energien im Körper und ist somit auf die Energien beziehungsweise Kräfte, welche von außen kommen, angewiesen. Im Kurs Phase III wird genau dieses Thema aufgegriffen. In der Biodynamik geht es um die Wahrnehmungen und Prinzipien, welche dann umgesetzt werden müssen.
Über acht Wochen alte Embryos sagt Professor Blechschmidt: „So intelligent werden wir nie wieder sein.“ Warum? Zu diesem Zeitpunkt funktioniert der Kortex (Großhirnrinde) noch nicht. Dieser funktioniert erst etwa ab dem vierten Lebensmonat. Eine Intelligenz ist jedoch auch ohne Kortex vorhanden. Das bedeutet, dass die Intelligenz schon da war, bevor der Kortex überhaupt entstand. Es gibt zwei Arten der Intelligenz. Es gibt das primäre Gehirn (primäre Intelligenz), welches sich in der Flüssigkeit befindet. Somit ergibt sich, dass der Flüssigkeitstropfen bereits direkt nach der Befruchtung intelligent ist. Das zweite Gehirn ist das ZNS-Gehirn (akademische Intelligenz), welches uns krank beziehungsweise psychosomatisch krank machen kann. Dr. Still bezeichnet „mind“ als drittes Gehirn („großer Verstand“).
Als ich 1997 Dr. Jealous traf, unterhielten wir uns viel und er erzählte mir sehr viele private, aber auch osteopathische Dinge. Intellektuell habe ich das zunächst nicht wirklich verstanden, es fühlte sich im Inneren dennoch gut an. Seitdem ich unterrichte, hat sich meine Fähigkeit, die osteopathischen Vorgänge zu erklären, vervielfacht. Für unsere Kurse ist die primäre Intelligenz von wesentlicher Bedeutung.
Professor Blechschmidt sagt, dass man diese embryologischen Prozesse weder mathematisch, noch physikalisch, noch chemisch erklären kann. Es ist ein Mysterium. In einem seiner Bücher steht, dass ausschließlich der Embryo dieses Mysterium versteht. Wir arbeiten mit dieser embryonischen Kraft (Biodynamik), die von außen kommt und die embryonische Kraft im Patienten/Embryo aktiviert, sie gesund erhält und diese auch wieder heilt, wenn sie erkranken.
Die Tide bringt eine von mindestens zwei Potenzen (Potency) mit sich. Es gibt die „kleine Potency“ (Potenz im Körper) und die „große Potency“, welche von außen kommt. Wenn man die große Potency spürt, dann haut diese einen förmlich um.
Von 2008 bis 2011 lebte und unterrichtete Dr. Jealous in Lausanne größtenteils in der Schweiz. Für mich war das natürlich ideal, da ich es zu seinen Kursen nicht mehr weit hatte. Zu dieser Zeit pendelte ich ständig zwischen Berlin und Lausanne.
Widmen wir uns nun der primären Atmung. Wir werden später sehen, dass alle Atemrhythmen ein Teil dieser großen primären Atmung sind. Selbst die thorakale Atmung ist Teil der primären Atmung. Es gibt eine Geschichte namens „The Tour of the Minnow“ (Die Reise der Elritze). Dabei handelt es sich um eine kleine Morgenmeditation, welche Dr. Sutherland mit seinen Schülern durchgeführt hat. Von dieser gibt es verschiedene Versionen, welche auch in seinen Büchern zu finden sind.
Im Jahr 2017 habe ich auf Maui (Hawaii) einen Review-Kurs Phase I-IV gegeben. Der Kurs hieß „The Tour of the Minnow“. Joe Noan, der seit über zwanzig Jahren Naturkurse sowie das Schwimmen mit Walen und Delfinen organisiert, erzählte, dass die Wale in Alaska kleine „minnows“ essen. Der „minnow“ ist ein Stellvertreter für die Tide. In seiner Geschichte „The Tour of the Minnow“ erzählt Dr. Sutherland, wie diese kleinen Fische in der Zerebrospinalflüssigkeit wie in einem großen Ozean schwimmen und viele verschiedene Sachen erleben. Das bedeutet, dass der „minnow“ als Symbol für die Tide fungiert. „The Tour of the Minnow“ war für mich eine Reise, bei der wir über die Wale mit dem Universum und der primären Atmung in Kontakt gekommen sind. Man konnte die Wale überall hören. Die Wale schwimmen ohne Nahrungsaufnahme von Alaska nach Hawaii und bekommen dort ihren Nachwuchs. Sie schwimmen auch ohne Nahrungsaufnahme wieder zurück und verlieren so etwa fünfzig Prozent ihres eigenen Körpergewichts. Die Walgesänge sind für andere Wale bis zu tausend Kilometer weit hörbar.
Im Jahr 2015 habe ich drei Kurse auf den Bahamas unterrichtet (meeting place), in welche Delfine involviert waren. Jeder dieser Kurse dauerte eine Woche und wir fuhren jeden Tag mit einem Katamaran auf das offene Meer hinaus. Dort sind wir mit den Delfinen geschwommen und getaucht. Das Gefühl, welches man dabei erfährt, ist unbeschreiblich. Diejenigen, welche an dem Kurs teilgenommen hatten, schrieben mir, dass ihre Behandlungen und das Verständnis von der Tide sich komplett verändert haben. Ähnliches erlebten die Teilnehmer in der Toskana. Dort habe ich 2013 einen Kurs mit Wildpferden unterrichtet. In Planung sind die Review-Kurse Phase I-IV „Heilige Stille“ im Himalaya und „Wüstenstille“ im Oman. Wie schon Dr. Still glaube auch ich, dass wir viel von der Natur lernen und diese Erfahrung in die Behandlung mit einbringen können.
Dr. Anne Wales wurde fast 102 Jahre alt. Mit 99 Jahren kam sie in ein Altersheim und begann, die dortigen Patienten zu behandeln. Sie wurde deswegen aus dem Altersheim herausgeworfen. Laut Dr. Anne Wales ist es wichtig, dass bei der Behandlung des Patienten auch die Nebenwirkungen, welche bei der Behandlung entstehen können, kontrolliert behandelt werden können (Wiederausgleichstechnik/Rebalancing).
Ein ganz wichtiger Aspekt in der Osteopathie ist auch die Fähigkeit, zu wissen, wann die Behandlung beginnt und wann sie wieder zu Ende ist. Die meisten Osteopathen haben die Tendenz, zu lange und zu intensiv zu behandeln. Dr. Jealous empfahl deshalb: „Lieber zu früh aufhören, als zu lange behandeln.“ Es ist zudem wichtig, den richtigen Zeitpunkt für den Einstieg in die Behandlung zu finden.
Man könnte sagen, dass die Osteopathie ein Kommunikationsberuf ist. Der Osteopath kommuniziert mit dem Patienten auf verschiedenen Ebenen. Es gibt Menschen, die mit Tieren, wie zum Beispiel Pferden, kommunizieren und sie werden als Tier- oder Pferdeflüsterer bezeichnet. Es gibt hier durchaus Parallelen zu unserem Beruf. Der Osteopath muss zu einem „Flüssigkeitskörperflüsterer“ werden. Wir kommunizieren mit der Intelligenz. Wenn ich Kinder behandle, dann kommen die meisten in einen Zustand der Tiefenentspannung. Eltern von hyperaktiven Kindern sind dann immer ganz beeindruckt und fragen, wie ich es schaffe, ihre Kinder derart ruhigzustellen.
Dr. Still zufolge sollen Osteopathen ihre Hände benutzen und als erstes osteopathisches Prinzip die Ganzheitlichkeit behandeln. Weiterhin soll die Gesundheit in all ihren Aspekten unterstützend mit hervorgebracht werden. Wir benutzen unsere Hände, um das „Ganze“ zu behandeln, um den inneren Heilkräften zuzuhören und diese zu unterstützen. So sollen alle Stufen der Erkrankung behandelt werden. Als Osteopathen arbeiten wir im Dienst der Menschlichkeit.
Osteopathen sind dadurch bekannt geworden, dass sie Patienten mit ihren Händen ohne Hilfsmittel und ohne Medikamente behandeln. Heutzutage sind viele Medikamente im Umlauf, welche dem Patienten oftmals nicht helfen, sondern noch mehr Schaden zufügen. Dr. Still und Dr. Sutherland sind sich in dem Sinne einig: „Kein Mensch war jemals so krank, dass er nicht hätte osteopathisch behandelt werden können.“ Je kränker der Patient ist, desto dringender benötigt dieser eine osteopathische Behandlung. Selbst die beste Medizin nützt nichts, wenn der Patient nicht genügend eigene Energien aufweist. Die heutzutage verabreichten Medikamente wirken sich, wie bereits erwähnt, nicht alle unbedingt positiv auf den gesundheitlichen Zustand des Patienten aus. In erster Linie behandeln wir Osteopathen den „ganzen“ Menschen und folglich auch jede Form von Erkrankung.
Was ist eigentlich eine Erkrankung? Was ist eine Dysfunktion? In einem erkrankten Zustand befindet sich ein Patient, wenn er seine Ganzheitlichkeit und somit auch seine Gesundheit verloren hat. Es ist wichtig, zu erkennen, auf welcher Ebene er seine Ganzheitlichkeit verloren hat. Wenn man den Patienten wieder „zurückbringt“ und es schafft, dass alle Körpersysteme funktionieren und sich alles wieder um ein Fulkrum (Gleichgewichtspunkt) bewegt, dann wird eine spontane Heilung hervorgerufen. Bei einer Dysfunktion löst sich beispielsweise ein Gelenk aus der Ganzheitlichkeit heraus. Es bildet sich sozusagen sein eigenes Fulkrum und hat nichts mehr mit dem gemeinsamen Fulkrum zu tun. Wenn man es schafft, die Dysfunktion mit dem ursprünglichen Fulkrum zu verbinden, dann kommt es zu einer Selbstregulation.
Das dritte osteopathische Prinzip ist die Relation zwischen der Struktur und der Funktion. In einem seiner Kapitel erwähnt Dr. Still, dass es keine Anatomie gibt. Wenn man beispielsweise ein komplett gesundes Baby vor sich hat, dann spürt man dieses als „Ganzes“. Man spürt keine Knochen und Muskeln, sondern nur, wie das „Ganze“ atmet. Hat man ein erkranktes Kind vor sich, dann spürt man vollste Spannung. Man spürt eine Anatomie. Die Anatomie ist ein Teil im Körper, welcher seine Physiologie verloren hat. Das dritte osteopathische Prinzip wird auch als die Einheit von Anatomie und Physiologie bezeichnet. Das Ziel der Behandlung ist, dass am Ende der Behandlung keine Anatomie gespürt wird. Es soll am Ende das „Ganze“ gespürt werden.
Es gibt einen optimalen und einen nicht-optimalen Zustand. In einem optimalen Zustand, in welchem sich beispielsweise ein Embryo befindet, befindet sich der Körper, wenn er sich wohlfühlt und völlig entspannt ist. Stress, Erkrankung, Schmerzen und weitere negative Zustände, welche zu einem Unwohlsein führen, fördern den nicht-optimalen Zustand. Homöostase bedeutet, dass alle Körpersysteme eigenständig und im Ganzen arbeiten und sich gegenseitig beeinflussen. Dieser Zustand wird als „Neutraler Zustand“ bezeichnet. Dieser ist die Grundvoraussetzung für eine Heilung und für die Homöostase. Um in diesen neutralen Zustand zu kommen, benötigt man die Stille und die Ruhe als positive Eigenschaften. Deswegen ist der Schlaf auch so wichtig. Bei einer guten Schlafqualität kommt der Körper wieder zu seiner Ganzheitlichkeit und zur Homöostase. Dieses ist auch besonders den Neurologen bekannt. Wenn ein Mensch ein schweres Hirntrauma erleidet, dann wird dieser meist in ein künstliches Koma versetzt, da in einem Koma das Gehirn anfängt, wieder als „Ganzes“ zu funktionieren und sich zu regenerieren.
Der Gesundheitszustand eines Menschen kann mit gewissen Parametern gemessen werden. Einer dieser Parameter ist der Schlaf. Anhand der Atmungsfrequenz im Schlaf kann der Zustand im Schlaf gemessen werden. An der Qualität des Bindegewebes kann die Funktion des Stoffwechsels bewertet werden. Die Fähigkeit, sich zu erholen, kann nur in einer Pause oder in einem neutralen Zustand voll ausgeschöpft werden. Im neutralen Zustand hat der Körper auch mehr Reserven, um mit dem inneren und äußeren Stress umzugehen. Wenn der Körper nur über wenige Reserven verfügt und gestresst ist, dann erkrankt er beim Kontakt mit dem kleinsten Virus beziehungsweise Bakterium. Hat der Körper viele Reserven, so kann er die Erkrankung abwehren.
Ich behandle Kinder mit verschiedenen, auch ansteckenden, Krankheiten. Ich wurde selbst noch nie aufgrund des Kontakts mit diesen Kindern krank. Seit über 25 Jahren habe ich meine eigene Praxis und entsprechend langjährige Erfahrung in der Behandlung von Kindern mit unterschiedlichen Beschwerdebildern. Viele Mütter sind oftmals sehr erstaunt, wenn ich ihnen bereits schon nach wenigen Behandlungen sehr viele Details über ihre Kinder erzählen kann.
„Erlaube dem Patienten, sich neu zu definieren“, sagte Dr. Jealous. Wenn der Körper sich umstrukturiert, dann strukturiert sich auch das „Ganze“ um. Es ist interessant zu sehen, wie sich die Patienten während der osteopathischen Behandlung persönlich ins Positive verändern. In der Behandlung schaffen wir einen Punkt der Ruhe, durch den die primäre Atmung das „Ganze“ verwandeln kann. Der Punkt der Ruhe ist der neutrale Zustand. Den Patienten in diesen Zustand zu bringen, ist eine hohe Kunst.
Ich habe ab und an Eltern, die schon mit ihren Kindern bei anderen Osteopathen und Ärzten waren und davon berichten, dass ihre Kinder sich weder vom Osteopathen noch vom Arzt haben anfassen lassen. Wenn durch meine Behandlung das Gegenteil geschieht, dann sind die Eltern oftmals sehr erstaunt und fragen, wie ich es schaffe, das Vertrauen der Kinder so schnell zu gewinnen. Dieser Prozess beginnt bereits, wenn ich das Kind im Wartezimmer abhole und in meinen Behandlungsraum begleite. Die Herangehensweise hat etwas mit der inneren Einstellung zu tun. Wir kreieren einen Raum (Zone C). Dies ist wichtiger als die Technik. Die Art, wie man das Kind hält und wie man mit dem Kind redet, ist ein wichtiger Faktor für die Entstehung der Zone C und gibt dem Kind vollstes Vertrauen.
Dr. Sutherland machte mit 78 Jahren einen Quantensprung. Er ließ alles, was er bisher gemacht hatte, hinter sich. Am 12. April 1948 bemerkte Dr. Sutherland plötzlich, dass er aktiv nichts mehr machen muss. Er hörte der Tide zu und folgte ihr. Für diese Erkenntnis hat Dr. Sutherland fünfzig Jahre gebraucht, und diesen Sprung kann man jederzeit ebenfalls wagen.
Es gibt vier große Richtungen innerhalb der Osteopathie. In der strukturellen Osteopathie ist es das Ziel, die Struktur ins Optimum zu bringen. Eine weitere Richtung stellt die funktionelle Osteopathie dar. Die dritte osteopathische Richtung ist die biodynamische, welche sich, wie bereits erwähnt, mit dem Flüssigkeitsfeld befasst. Den vierten Ansatz bezeichnen wir als „Psychosomatischer Ansatz“. Erinnerungen, Gefühle und Emotionen werden manchmal in Form von einer Energiezyste im Bindegewebe festgehalten. Diese Gewebeerinnerungen werden häufig durch Bindegewebsarbeit, durch den therapeutischen Dialog, wachgerufen. Oftmals ist es wichtig, dass der Patient diese Gefühle ausdrückt. Somit ist es ratsam, therapeutische Grundkenntnisse zu haben. Leider wird das in den deutschen Osteopathie-Schulen ausgeklammert.
Einige Schüler werden sich während ihrer Ausbildung entscheiden, in ihrer Praxis am Anfang der Sitzung zunächst strukturell vorzugehen und etwas manipulieren. Dann werden sie in die funktionelle Ebene übergehen. Erst zum Ende werden viele Schüler die biodynamischen Techniken anwenden. So habe ich das übrigens auch einige Jahre lang gemacht. Nach einer Weile habe ich gemerkt, dass ich mir die strukturelle und funktionelle Osteopathie sparen kann und begann folglich gleich mit der biodynamischen Osteopathie. Mit dieser Methode wurde ich schneller und erfolgreicher in meiner Behandlung.
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