Dr. James S. Jealous D.O.,
Begründer der „Biodynamischen Osteopathie“
Dr. James S. Jealous, wurde 1943 als Osteopath geboren, wie er selbst sagte. Er wuchs in Maine, an der Nord-Ost-Küste der USA auf. Sein Vater und sein Patenonkel waren auch schon Osteopathen. Als Vierzehnjähriger arbeitete er bereits im osteopathischen Krankenhaus in Maine. Mit sechzehn Jahren studierte er dort Radiologie und traf in dieser Zeit einige namhafte Osteopathen, beispielsweise Dr. Angus Cathie.
1965 begann er sein Studium der osteopathischen Medizin am Osteopathie-College in Kirksville, Missouri. Rasch wurde er Assistent in Anatomie und unterrichtete die unteren Jahrgänge. Er graduierte 1970 und machte sein Anerkennungsjahr im osteopathischen Krankenhaus in Maine.
Parallel dazu nahm er 1966 an seinem ersten Kurs der „Sutherland Cranial Teaching Foundation“ (von Dr. Sutherland gegründet) teil. Kurz darauf wurde er Mitglied der Foundation und war bis 1993 deren Vorstand. Ab 1975 unterrichtete er für die SCTF und sein Mentor war Dr. Rollin Becker.
In seinen letzten Lebensjahren lebte Dr. Sutherland in seinem Haus in Kalifornien, das er „The Fulcrum“ nannte. Dr. Jealous´ Bruder war dort sein Nachbar. Dieser berichtete den beiden Osteopathinnen Dr. Barnes und Dr. Hull, die Dr. Sutherland in seinen letzten Lebensjahren versorgten, dass sein Bruder James Jealous das kraniale Konzept erlernen wolle. Diese beiden alten Damen besuchten Dr. Jealous im Jahr 1972 nach dem Tod Dr. Sutherlands und übergaben ihm eine ganze Menge Fotos, Briefe und diverse Informationen von Dr. Sutherland.
1973 traf Dr. Jealous Dr. Ruby Day, eine Weggefährtin Dr. Sutherlands, die auch an seiner Seite unterrichtet hatte. Sie lebte nicht weit von ihm entfernt und unterrichtete ihn bis zu ihrem Tod Mitte der 1980er Jahre als ihren einzigen Schüler. All diese Jahre erhielt er jeden zweiten Samstag persönlichen Unterricht von ihr, genau wie sie persönlich von Dr. Sutherland unterrichtet worden war.
1978 lernte er Dr. Alan Becker, den Bruder von Dr. Rollin Becker, kennen und es entwickelte sich mit ihm ein reger Austausch. Im letzten Lebensjahr von Dr. Alan Becker kommunizierten sie mittels aufgenommener Tonbandkassetten über den Mechanismus der primären Atmung. Dr. Alan Becker verbrachte seine letzten Lebensjahre auf Hawaii.
1988 startete Dr. Jealous zusammen mit Dr. Hogopian die New England Osteopathic Studygroup mit Dr. Anne Wales und 1987 die Anne Wales- Studygroup mit Sue Turner und Stuart Korr aus England. Von 1971-1998 unterrichtete er Osteopathieschüler in seiner Praxis in Maine als Mentor. Er war über zehn Jahre Präsident des Osteopathischen Zentrums für Kinder in London.
Er war Professor des New England College of Osteopathic Medicine und unterrichtete dort von 1978 bis 1994.
1994 begann er sein Konzept „The Biodynamics of Osteopathy“ (Biodynamische Osteopathie) zu unterrichten. Als er seinen ersten Kurs ausschrieb, meldeten sich achthundert Osteopathen an. Er unterrichtete sein Konzept in den USA und weltweit.
Dr. Jealous war sehr naturverbunden und sagte selbst, dass er viel von der Natur gelernt und dies in sein Lehrmodell integriert hat. Insider handeln Dr. Jealous als den neuen Sutherland in den USA, was er selbst jedoch nie von sich behauptet hat. Dr. Jealous verstarb am 16.02.2021 in einem Krankenhaus in Oregon.
Einige seiner Beiträge zur Osteopathie sind:
1. Das automatische Verschieben (Automatic Shifting)
2. Anerkennung einer generierenden Mittellinie (nicht die Chorda dorsalis)
3. Die Verbindung der Flüssigkeitsdynamik von Dr. Sutherland und Professor E. Blechschmidt
4. Der neutrale Zustand als Startpunkt für Diagnose und Behandlung (engl. neutral)
5. Der Flüssigkeitskörper (Fluid Body)
6. Anerkennung eines polyrhythmischen Systems
7. Die Arbeit mit der vorhandenen Bewegung statt mit der möglichen Bewegung
8. Die Wahrnehmung und das Finden „der Gesundheit“ im Patienten
9. Die Wahrnehmung des „ganzen Patienten“
10. Seine Sichtweise zur Behandlung des Viszero-Kraniums (Flüssigkeitsfelder und Säume etc.)
11. Das Bringen anatomischer Entdeckungen vom Hintergrund in den Vordergrund (unter anderem des anterioren Duragürtels und der beiden Schichten des Tentoriums als zwei eigenständige Strukturen)
12. Die Einführung des Mechanismus der primären Atmung als metabolischer Beweger statt der mechanischen Sichtweise mit Hebeln, Zügen u.s.w.
13. Die Förderung des Zitats von Dr. Rollin Becker „Das Göttliche zentiert den Mechanismus.“ (The deity centers it) aus der Sutherland-Gedenkrede “Be still and know” von R. Becker im Jahr 1965
14. Das Konzept von Zonen als ein Lehrmodell
15. EV4 (Erweiterung des vierten Ventrikels)
16. Das Zündungssystem (ignition system) und die Anwendung am dritten Ventrikel (ohne Kraftanwendung)
Lehrer, von denen Dr. Jealous lernte und die ihn stark beeinflussten:
Dr. George Laughlin (Enkel von Dr. A. T. Still)
Dr. Anne Wales
Dr. Ruby Day
Dr. Rollin Becker
Dr. Alan Becker
Dr. Robert Fulford
Dr. John Harakal
Dr. Every Runy
Dr. Herbert Miller
Dr. Edna M. Lay
Dr. Stewart Korr (England)
Dr. George Snider (sein Anatomie- und Embryologie-Professor)
Dr. P. T. Wilson
Dr. Gordon Zink
Anmerkung von Tom Esser:
Diese Informationen gab mir Dr. Jealous persönlich im Jahr 2004, als ich den VOD-Kongress 2005, an dem er als Referent teilnahm, vorbereitete. Wir saßen zuammen in einem Café in New Hampshire, USA und er diktierte mir diesen Text.
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